Netz

ÜBER ANGST

Sie fällt über dich wie ein Spinnennetz aus Schatten,
frisst sich in die Magengrube wie ein Pack von Ratten.
Alle guten Gedanken saugt sie auf,
verwandelt in schwarz, der Teufel grinst: Lauf!
Dein Kopf fühlt sich an wie Lava, so heiß,
Herz klopft laut, Hände aus Eis.
Verloren kreiselst du in die Angst hinein:
Was wäre, wenn, was könnte gescheh’n, was wird noch alles sein?

Angst vermag so allerlei,
sie grübelt uns das Hirn entzwei,
bringt uns um manch gute Stunden,
wurde sie von Gott erfunden?
Was wäre, wenn ein Kind uns stürbe?
Was wäre, wenn wir arbeitslos?
Was wäre, wenn ich stürzen würde?
Was, wenn alles ein Albtraum nur ist?

Sinnlos schwirren Angst und Sorgen
durch den Körper und den Kopf,
machen schwach, rauben das Morgen,
du lieferst dich aus, du armer Tropf.

Das Leben ist hart, Angst gibt dir den Rest.
Drum: verbrenn es im Ofen, das Schlangennest!
Vernichte die Angst, eh sie dich vernichtet,
Stelle dich ihr, bevor sie dich richtet.

Höre das Ticken der Uhr – zum Fürchten bleibt keine Zeit!
Was kommt, kommt! Bist du bereit?


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